Formen unangepassten Verhaltens


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Eine dankbare Quelle für unterschiedlichste Beispiele unangepassten Verhaltens einzelner Christinnen und Christen in der Zeit des Nationalsozialismus ist ausgerechnet die Zeitschrift der Deutschen Christen „Evangelium im Dritten Reich“.


Dort wurden nämlich kirchenpolitische Gegner denunziert, sobald sich die Deutschen Christen in irgendeiner Weise in ihrem Tun gestört fühlten. Auffallend dabei ist, dass man sich bemühte, den kirchenpolitischen Gegner möglichst auch als staatspolitisch illoyal oder gar als gefährlichen Staatsfeind darzustellen, um ihn möglichst auch bei der Gestapo anzuschwärzen.


Was man dem Gegner vorwarf, klingt teilweise recht banal, zeugt mitunter aber auch von der Kreativität Einzelner, sich gegen das anmaßende und gar als gotteslästerlich empfundene Tun der Deutschen Christen zu wehren.


Beispiele für das unangepasste Verhalten einzelner Christinnen und Christen sind etwa die Weigerung, überhaupt irgendeine Fahne zu hissen und den Fahnenmasten leer zu lassen, als die traditionelle Kirchenfahne durch die Hakenkreuzfahne ersetzt werden sollte; das Entfernen eines Kranzes von NS- und SA-Formationen vor dem Gefallenendenkmal in einer Kirche; das vorzeitige Verlassen der Kirche, wenn bei einer Veranstaltung von Deutschen Christen am Schluss auch noch das Horst-Wessel-Lied gesungen werden sollte, oder das Vergraben der Hände in den Hosentaschen, wenn auch bei kirchlichen Veranstaltungen zum sogenannten „deutschen Gruß“ aufgefordert wurde.


Quelle / Titel


  • ©Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte

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