Gleichschaltung


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Die Herrschaft des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 lässt sich in unterschiedliche Phasen gliedern. Der erste Abschnitt umfasst die Jahre 1933 und 1934. Nach den als bedrohlich wahrgenommenen Erfahrungen mit der sich auflösenden Weimarer Republik empfanden große Teile der Bevölkerung mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Januar 1933 eine nationale Aufbruchsstimmung.


Die Nationalsozialisten setzten auf nationale Homogenität und versprachen die Rückkehr zur alten nationalen Größe und Stärke. Das begeisterte viele, wirkte integrativ und überlagerte die Wahrnehmung der aggressiven Potenziale dieser Politik. Die NS-Strategen verstanden es, diese Stimmung mittels propagandistischer Einflussnahme weiter auszubauen. Die so beschworene „Volksgemeinschaft“ wirkte auf weite Teile der Bevölkerung äußerst anziehend.


Das propagierte NS-Weltanschauungssystem war von einem totalitären Absolutheitsanspruch getragen, der mit Vehemenz und rücksichtsloser Gewalt gegen Widerstände durchgesetzt wurde. Jeder Einzelne und jeder Teilbereich der Gesellschaft war einem massiven „Gleichschaltungsverlangen“ des NS-Staates ausgesetzt, wer sich dem nicht beugte, wurde vom scheinbar übermächtigen „Maßnahmestaat“ sanktioniert.


So wurde die politische Gegnerschaft, insbesondere Sozialdemokraten und Kommunisten, in dieser frühen Phase der NS-Herrschaft in „Nacht- und Nebelaktionen“ systematisch und gewaltsam ausgeschaltet. Die mit dieser politischen Entwicklung hin zur totalitären Diktatur seit dem Frühjahr 1933 verbundenen brutalen Maßnahmen rückten nur sehr bedingt in den Horizont von Einzelnen. Auch die einsetzende rassistische Verfolgung stieß in der Gesellschaft auf wenig Widerstand.


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